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Datengeschichte

Wie der Föderierte Datenpool soziale Hilfsangebote zusammenführt

Wer nach Hilfsangeboten wie eine Suchthilfe oder Hilfsangebote für wohnungslose Jugendliche sucht, verliert schnell den Überblick. Oftmals gibt es eine Vielzahl an Portalen - von unterschiedlichen Organisationen und Einrichtungen oder unterschiedlicher staatlicher Seite. Auch für digitale Anwendungen wie Karten, Chatbots oder Suchportale ist das ein grundlegendes Problem: Denn eine verlässliche und aktuelle Datengrundlage fehlt.

Genau hier setzt der Föderierte Datenpool des Civic Data Labs an. Das Projekt verfolgt einen anderen Ansatz als klassische Verzeichnisse: Es baut keine neue Datenbank auf, sondern verbindet bestehende Verzeichnisse miteinander. „Wir wollen eine Datengrundlage schaffen – aber nicht neu aufsetzen, sondern zusammenführen, was es schon gibt“, erklärt Angela Berger vom Civic Data Lab.

Gute Ideen scheitern häufig an Ressourcen

Immer mehr Organisationen entwickeln digitale Angebote, um Menschen schneller zu passenden Hilfsangeboten zu führen. „Viele haben bereits eine Karte oder einen Chatbot eingerichtet, aber wissen nicht recht, woher sie ihre Daten nehmen sollen“, sagt Berger.

Die Folge: Organisationen beginnen, eigene Verzeichnisse für ihren jeweiligen Themenbereich anzulegen – etwa für Suchthilfe oder Hilfsangebote für wohnungslose Jugendliche. Anfangs funktionieren diese Sammlungen gut. „Viele scheitern aber daran, diese Daten langfristig aktuell zu halten, weil die Ressourcen fehlen“, berichtet Angela Berger.

Bestehende Verzeichnisse intelligent verknüpfen

Anstatt alle Organisationen dazu zu bringen, ihre Daten in ein neues System einzupflegen, verfolgt der Föderierte Datenpool einen föderierten Ansatz. Bestehende Verzeichnisse bleiben dort, wo sie bereits gepflegt werden. Das Projekt verbindet sie technisch miteinander. Möglich wird das durch den Einsatz von Linked Open Data. Unterschiedliche Datenstrukturen müssen dabei nicht vorher vereinheitlicht werden. „Unser Programm ordnet vergleichbare Datenpunkte einander zu und löst Konflikte auf, sodass es einheitliche Daten werden. So entsteht möglichst wenig manuelle Arbeit“, berichtet Angela Berger. „Es ist ein automatisierter Prozess mit Regeln, der alles zusammenführt, der auch ohne lange Prozesse zur Standardisierung vorab sofort Ergebnisse liefert.“

Dadurch können Organisationen ihre bestehenden Systeme weiter nutzen und gleichzeitig ihre Daten für andere Anwendungen verfügbar machen.

Der Föderierte Datenpool soll bewusst kein weiteres Suchportal werden. „Wir bauen keine Oberfläche, weil wir bestehenden Angeboten keine Konkurrenz machen möchten.“ Es gehe darum, dass bestehende Datenverzeichnisse einfacher geteilt werden könnten und andere Akteure für weitere Innovationen darauf aufbauen könnten.

Große Bereitschaft zur Zusammenarbeit

Die Idee entstand Ende 2025 in einem Workshop des Civic Data Labs. Ein Community-Mitglied brachte das Thema ein. „Das Problem ist uralt. Viele Initiativen ärgern sich darüber und deshalb ist die Bereitschaft groß, etwas zu verändern.“

Inzwischen sind bereits mehrere Bundesverbände der Wohlfahrtspflege mit dabei. Dazu gehören die Caritas und die AWO. Auch die Sozialplattform und die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen beteiligen sich. Weitere Organisationen signalisieren ebenfalls Interesse.

Ende Juli beziehungsweise Anfang August soll der Prototyp abgeschlossen sein. „Der technische Betrieb ist minimal. Der größte Aufwand wird der Anschluss weiterer Organisationen und die Kommunikation sein“, betont Angela Berger.

Aktuell wird der Föderierte Datenpool über das Projektbudget des Civic Data Labs finanziert. Perspektivisch sucht das Team jedoch nach einer Organisation, die den Betrieb dauerhaft übernehmen kann. Dazu laufen bereits vielversprechende Gespräche. Wer bis dahin schon mitmachen oder das Prinzip der Föderierung für die eigenen Datentypen nutzen möchte, ist in dem Team des Civic Data Lab herzlich willkommen.